Bricht eine lebensbedrohliche Krankheit über ein Familienmitglied herein, kommt vieles zu kurz. Oft laufen vor allem die gesunden Kinder Gefahr, mit ihren spezifischen Bedürfnissen nicht ausreichend wahrgenommen zu werden.
Kinder - und auch noch Jugendliche - sind abhängig von den Erwachsenen. Sie sind auf ihre Zuwendung und auf ihre Erklärungen angewiesen, auf ihren Trost und auf ihre Unterstützung. Die betroffenen Eltern sind ungeheuren Anforderungen ausgesetzt. Wir möchten Familien in solchen Zeiten entlasten.
Wir entlasten Familien
Wir entlasten Familien, die ein lebensbedrohlich erkranktes Kind betreuen.
Wenn eine Familie die Diagnose einer lebensbedrohenden oder lebensbegrenzenden Erkrankung eines Kindes bekommt, bricht zunächst alles zusammen. Plötzlich ist nichts mehr wie es war. Gefühle der Wut und Ohnmacht entstehen, Mut und Verzweiflung wechseln sich ab, alle Beteiligten sind hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen.
Alles dreht sich um die Krankheit des betroffenen Kindes. Der Alltag wird schwierig und muss doch aufrechterhalten werden, oft über viele Jahre. Vieles wächst einem über den Kopf. Oft reicht die Kraft nicht, um auf sich selbst aufzupassen, sich angemessen um die gesunden Geschwister zu kümmern und als Eltern Zeit miteinander zu verbringen. Auch alleinerziehende Eltern geraten in Not. Tausend Fragen entstehen und nur wenige Menschen stehen hilfreich bei.
Wir entlasten Familien und Kinder
Wir entlasten Familien, in denen Kinder/Jugendliche vom Sterben eines nahen Angehörigen betroffen sind.
Wenn ein Elternteil stirbt, wird die Situation für Kinder und Jugendliche sehr bedrohlich. Wo jüngere Kinder oft sehr gut »funktionieren«, weil sie Rücksicht nehmen, sich häufig schuldig fühlen oder Angst haben, reagieren Jugendliche manchmal unverständlich, abweisend oder wütend, verstummen oder flüchten vor zu Hause. Alle sind in Not und oft reicht die Aufmerksamkeit der Erwachsenen nicht für die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit.
In Kooperation mit der Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie bieten wir eine Gruppe für trauernde Kinder im Alter von 8 bis ca. 12 Jahren an. Nähere Informationen finden Sie [hier].
So helfen wir Ihnen
Kinderhospizpatinnen
Der 9-jährige Florian erklärt seiner kleinen Schwester: "Das sind Frauen, die kommen, wenn Kinder ganz traurig sind."
- Eine unserer Fachkräfte kommt ab dem Zeitpunkt der Diagnose zu Ihnen nach Hause oder in die Klinik und klärt mit Ihnen zusammen Ihre Bedürfnisse ab.
- Auf Wunsch vermittelt sie Ihnen eine oder zwei unserer ehrenamtlichen »Paten/innen«. Diese verstehen sich als eine Art »Angehörige auf Zeit«, die dort ergänzen, wo Zeit, Kraft oder Lebensumstände Grenzen haben. Die Art der Begleitung, die Häufigkeit und Dauer richten sich nach den Bedürfnissen der Familienangehörigen. So betreuen die Paten/innen die Kinder z.B. bei den Hausaufgaben, spielen mit ihnen, lesen vor oder machen mit ihnen kleine Ausflüge. Wenn die Eltern mal weg gehen möchten, hüten sie die Kinder. Die Paten/innen können auch kleine Hilfsdienste oder Fahrten übernehmen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den gesunden Geschwisterkindern, die oft zu kurz kommen.
- Die Paten/innen schaffen Freiräume, damit sich Eltern und Angehörige ab und zu auch für sich selbst Zeit nehmen können.
- Selbstverständlich unterliegen alle Mitarbeiter/innen der Schweigepflicht.
- Darüber hinaus suchen wir mit Ihnen zusammen nach Möglichkeiten professioneller Hilfe, zeitlicher Entlastung oder ggf. finanzieller Unterstützung. Wir vermitteln Fachdienste oder ergänzende Hilfen. Bei Bedarf beraten wir Mitarbeiter von Einrichtungen vor Ort (Kindergarten, Schule etc.), die zur Verbesserung Ihrer Situation beitragen können.
- Diese Angebote sind unabhängig von Nationalität, Religion und Weltanschauung und für die Betroffenen kostenlos.
Schirmherrin Barbara Auer
Barbara Auer
"Da ich in Konstanz geboren und aufgewachsen bin und hier immer noch Familie und Freunde habe, freue ich mich, den hiesigen Hospizverein durch eine Schirmherrschaft für die Kinderhospizarbeit Konstanz unterstützen zu können."
Die bekannte Schauspielerin Barbara Auer hat für die Kinder-/Jugendhospizarbeit in Konstanz die Schirmherrschaft übernommen:
"Eigene Erfahrungen mit Verlust und Trauer haben mir gezeigt, dass der Beistand anderer Menschen in einer solchen Situation sehr hilfreich sein kann. Als Mutter zweier Kinder weiß ich auch, wie wichtig es ist, Kindern beizustehen, wenn sie Abschiede verkraften müssen. Nicht zuletzt durch mein langjähriges Engagement bei terre des hommes habe ich erfahren, wie nachhaltig heilsam auch scheinbar kleine Dienste für Kinder in Not sind. Für ihre Entwicklung ist es enorm wichtig, dass sie Bezugspersonen haben, die für sie da sind, auf sie eingehen, ihnen Zeit und offene Ohren schenken und ihren Schmerz aushalten. So haben die Kinder das Gefühl, in der Welt geborgen zu sein und können ihren Gefühlen freien Lauf lassen ohne sich zu verstellen.
Daher freue ich mich ganz besonders, dass der Hospizv Konstanz e.V. dazu beiträgt, für Familien, die mit dem Sterben eines Kindes oder Erwachsenen konfrontiert sind, ein tragfähiges Netz zu knüpfen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.
Natürlich ist für den Aufbau der Kinder-/Jugendhospizarbeit neben Fachlichkeit und viel ehrenamtlichem Engagement auch finanzielle Unterstützung notwendig. Deshalb wünsche ich mir, dass viele Menschen, Firmen oder Vereinigungen die Kinder-/Jugendhospizarbeit Konstanz unterstützen, damit den Betroffenen weiterhin kostenlos geholfen werden kann."
Bild Barbara Auer: Copyright 2005 by ARIANE FILM AG Zürich-Schweiz

